Issue 12 20.09.2026 · Lesezeit 7 Min Claude Code · v2.1.224

Zwei Sitzungen, die sich gegenseitig Nachrichten schicken.

Seit v2.1.224 finden sich laufende Claude-Sitzungen und reden miteinander. Eine baut, eine reviewt. Was das für dich als Solo-Nutzer heute wirklich bringt — und was nur Marketing für Enterprise ist.

Setup-Kit

Befehle · Settings · Koordinations-Szenario

ListAgents/SendMessage im Wortlaut, die passenden settings.json-Einträge und ein durchgespieltes Builder-Review-Szenario zum Nachbauen.

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Quelle: Claude-Code-Changelog v2.1.224 (7. August 2026)

Worum es geht

Bisher war jede Claude-Code-Sitzung eine Insel. Seit v2.1.224 nicht mehr: Eine laufende Sitzung kann mit ListAgents die anderen entdecken und ihnen mit SendMessage Text schicken. Kein gemeinsames Terminal, kein Copy-Paste zwischen Fenstern — die Sitzungen reden direkt.

Wichtig zu verstehen: Eine Nachricht ist nur ein Stück Text, das eine Sitzung einer anderen schreibt — nie Gesprächsverlauf, nie Dateien. Und sie läuft über lokale Unix-Sockets: Sie verlässt deine Platte nicht.

Das Szenario, das es greifbar macht: Builder ↔ Review

Du startest zwei Sitzungen auf derselben Maschine (macOS oder Linux). Sitzung A baut ein Feature. Sitzung B ist dein Reviewer mit frischem Kopf. Statt selbst hin- und herzukopieren:

  • Sitzung A ruft ListAgents auf und sieht Sitzung B.
  • A schickt B per SendMessage: „Feature X liegt in Branch Y — reviewe die Fehlerbehandlung."
  • B liest den Branch selbst, prüft, antwortet A mit den Fundstellen.
  • A baut die Korrekturen ein — ohne dass du den Kontext dreimal erklärt hast.

Der Gewinn ist nicht Magie, sondern saubere Rollentrennung ohne manuelles Vermitteln: eine Sitzung mit vollem Bau-Kontext, eine mit frischem Review-Blick — und ein direkter Draht dazwischen. (Nebenbei: Die alte Grenze von 200 Subagenten pro Sitzung ist in diesem Release gefallen — Nebenläufigkeits- und Tiefen-Limits gelten weiter.)

Die zwei Settings, die zählen

Du willst nicht, dass dir eine fremde Sitzung ungefragt dazwischenredet. Zwei Einstellungen steuern das:

{
  // steuert eingehende Nachrichten:
  //  auto-deliver (Default) | halten zur Freigabe | "refuse"
  "crossSessionInbound": "refuse",

  // wie lange ein unbeantworteter Freigabe-Dialog offen bleibt,
  // bevor die Nachricht verworfen wird (Default: 5 Minuten)
  "dialogExpiry": 300
}
  • Standard: Nachrichten werden an normale Sitzungen zugestellt. Sitzungen im Bypass-Permission-Modus halten sie zur Freigabe zurück.
  • "refuse" blockt alle eingehenden Nachrichten — die sichere Grundeinstellung, wenn du das Feature nicht aktiv nutzt.
  • dialogExpiry ist die Fail-Safe: unbeantwortete Freigaben laufen ab und die Nachricht fällt weg, statt ewig zu warten.

Warum das sicher gebaut ist

Das ist der durchdachteste Teil. Eine Nachricht kann bewusst fast nichts:

  • Sie kann nichts freigeben, keine Einstellung ändern, keinen eingebetteten Befehl ausführen.
  • Ein Slash-Befehl wie /compact kommt als Text an und wird nie ausgeführt.
  • Das ist auf Modell-Ebene erzwungen, nicht nur eine formale Grenze.

Heißt: Selbst wenn eine Sitzung „Amok läuft", kann sie einer anderen bestenfalls Text schicken — nicht deren Rechte kapern. Gehaltene Nachrichten stapeln sich in einer eigenen Warteschlange (Deckel 100, älteste fallen zuerst raus, identische Wiederholungen werden unterdrückt).

Die ehrliche Einordnung — was Enterprise-only ist

Die Schlagzeilen mischen zwei Dinge, die man trennen muss:

Für dich heute nutzbar

  • Cross-Session-Messaging zwischen Sitzungen auf einer Maschine (macOS/Linux)
  • Auf Pro/Max, ohne Zusatzkosten

Nicht für dich (Team/Enterprise)

  • Self-hosted Runner (eigene Rechner als Ausführungsziele) — Beta, standardmäßig aus, nur GitHub-Checkout
  • Windows und Cloud-Partner (Bedrock, Google Cloud, Foundry) sind ausgenommen

Bonus im selben Release: Ein stiller Sandbox-Bug wurde gefixt — Deny-Regeln mit abschließendem Schrägstrich (z. B. denyRead: "~/.aws/") ließen sich auf Linux/macOS umgehen. Lektion, die über dieses Feature hinausgeht: Teste Deny-Regeln, indem du den Zugriff versuchst — verlass dich nie darauf, dass „steht ja in der Config".

Mein Fazit

Cross-Session-Messaging ist der erste Schritt weg von „ein Mensch vermittelt zwischen seinen Terminals" hin zu Sitzungen, die sich selbst koordinieren. Für Solo-Arbeit ist der Builder-Review-Split der offensichtliche erste Nutzen — und er kostet dich nur, zwei Sitzungen offen zu haben.

Wenn du heute nur eine Sache mitnimmst: Wenn du das Feature nicht aktiv nutzt, setz crossSessionInbound: "refuse" — dann bleibt alles wie bisher, und du entscheidest bewusst, wann du es einschaltest.

Ein ehrliches Wort zum Reifegrad: Das ist frisch (August) und für Solo-Nutzer auf zwei Sitzungen auf einer Maschine begrenzt. Das große Bild — Flotten über Rechner hinweg — ist noch Enterprise-Beta. Spannend als Ausblick, im Alltag heute ein präzises, kleines Werkzeug.

Zum Nachbauen

Setup-Kit

ListAgents/SendMessage im Wortlaut, die settings.json-Einträge und ein durchgespieltes Builder-Review-Szenario.

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Quelle: code.claude.com/docs/en/changelog


Das war Issue 12 der Velo-Wissen-Reihe. Jeden Sonntag um 15 Uhr eine Empfehlung — ein Tool, eine Bibliothek, ein Workflow oder ein Skill, das ich selbst getestet habe und für nützlich halte.