Issue 10 06.09.2026 · Lesezeit 8 Min Claude Code

Der Baustein, den du selbst schreibst.

Ein Skill ist eine SKILL.md in einem Ordner — und macht aus dem Generalisten Claude einen Spezialisten für deinen Workflow. Er kostet fast nichts, bis er gebraucht wird. Alles hängt an einer Zeile.

Skill-Kit

SKILL.md-Vorlage · 2 Beispiel-Skills · Entscheidungstabelle

Eine kommentierte Vorlage zum Ausfüllen, zwei fertige Beispiel-Skills und die Tabelle „Skill vs. Hook vs. Subagent vs. MCP" auf einer Seite.

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Quelle: Claude-Code-Doku · Skills

Was ein Skill ist

Ein Skill ist ein Ordner mit einer SKILL.md darin, dazu optional Hilfsskripte und Dateien. Claude entdeckt ihn selbst und lädt ihn genau dann, wenn eine Aufgabe zu seinem beschriebenen Zweck passt — nicht vorher. Das ist der ganze Trick: Ein Skill ist ein Playbook auf Abruf.

Der Aufbau ist bewusst schlicht — Frontmatter mit Name und Beschreibung, darunter das Playbook aus nummerierten Schritten:

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name: nextjs-feature
description: Scaffold ein neues Next.js-Feature mit Route,
  Komponente und Test, dann Linter und Unit-Tests laufen lassen.
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# Next.js-Feature anlegen

1. Route unter src/app/<name>/page.tsx anlegen
2. Komponente + Test danebenlegen
3. npm run lint && npm test
4. Bei Fehlern: erst Test lesen, dann fixen

In einem Satz: Ein Skill ist das, was Claude können soll — verpackt so, dass es nur dann Context kostet, wenn es dran ist.

Die eine Zeile, an der alles hängt: die Beschreibung

Claude liest bei jeder Sitzung die Beschreibungen aller Skills, um zu entscheiden, welcher geladen wird. Das heißt: Eine vage Beschreibung wird nie geladen. Der Skill kann noch so gut sein — wenn die Beschreibung nicht klar sagt, wofür er ist, sieht Claude ihn nie an.

Wird nie geladen

description: Hilft bei Frontend-Aufgaben — zu vage, kein Auslöser, kein Ergebnis.

Wird geladen

Scaffold ein Next.js-Feature mit Route, Komponente, Test, dann Linter + Tests — konkret, ergebnis-orientiert.

Die Regel: imperativ und ergebnis-orientiert. Sag, was der Skill tut und woran man erkennt, dass er passt — nicht, worüber er ungefähr ist.

Wo Skills liegen

  • .claude/skills/<name>/SKILL.mdim Projekt, reist mit dem Repo (teilbar im Team)
  • ~/.claude/skills/<name>/SKILL.mdglobal, auf deiner Maschine überall verfügbar

Erzwingen kannst du einen Skill jederzeit mit /skill <name>. Ein Skill unter .claude/skills/deploy/ und ein Command unter .claude/commands/deploy.md erzeugen beide /deploy.

Der Teil, der niemandem gesagt wird: Skill vs. Hook vs. Subagent vs. MCP

Das ist die eigentliche Kunst — nicht „wie schreibe ich einen Skill", sondern „wann nehme ich keinen". Die vier Bausteine lösen vier verschiedene Probleme:

Wenn du willst, dass … Nimm
… Claude einen wiederkehrenden Ablauf kann („so machen wir X hier") Skill
… etwas passiert, egal was Claude tut (Formatierer, Linter, Guardrail) Hook
… Claude eine harte Teilaufgabe delegiert und frischen Context braucht Subagent
… Claude ein Werkzeug/Datenquelle über ein Protokoll nutzt (Fremdsystem) MCP

Die Merkregel: Skill = was der Agent können soll. Hook = was passieren soll, egal was der Agent tut. Subagent = was der Agent delegieren soll. MCP = Werkzeuge, die über ein Protokoll bereitstehen.

Zwei Grenzen, die man teuer lernt

Die 1.500-Wort-Grenze

Ein Skill sollte unter ~1.500 Wörtern bleiben. Längere werden unter Context-Druck stillschweigend abgeschnitten — du merkst es nicht, aber Claude sieht die zweite Hälfte deines Playbooks nicht. Halte Skills kurz; lager Details in Hilfsdateien aus, auf die der Skill per Pfad verweist.

Skills führen Code aus

Ein Skill ist eine Abhängigkeit wie jede andere. Wenn du fremde Skills nutzt: auf einen Git-SHA pinnen, nicht auf main — sonst führst du morgen aus, was jemand heute Nacht geändert hat. Und paar sie mit einem PreToolUse-Hook (Issue 9), der gefährliche Befehle blockt.

Mein Fazit

Skills sind der Punkt, an dem Claude Code aufhört, ein cleveres Allzweck-Tool zu sein, und anfängt, dein Werkzeug zu werden — mit deinen Abläufen, deiner Doktrin, deinen Konventionen. Und weil sie nur auf Abruf laden, kannst du hundert davon haben, ohne dass eine einzige Context kostet, bis sie dran ist.

Wenn du heute nur eine Sache mitnimmst: Schreib deinen ersten Skill für den Ablauf, den du diese Woche am dritten Mal von Hand erklärt hast. Genau der gehört in eine SKILL.md.

Ein ehrliches Wort zum Schluss: Der häufigste Anfängerfehler ist, alles zum Skill zu machen. Die Hälfte deiner „Skills" gehört in Wahrheit in einen Hook (soll immer passieren) oder ist gar keine wiederkehrende Aufgabe. Die Tabelle oben spart dir diese Umwege.

Zum Selberbauen

Skill-Kit

Kommentierte SKILL.md-Vorlage, zwei fertige Beispiel-Skills und die Entscheidungstabelle Skill/Hook/Subagent/MCP zum Ausdrucken.

Herunterladen

Quelle: code.claude.com/docs/en/skills


Das war Issue 10 der Velo-Wissen-Reihe. Jeden Sonntag um 15 Uhr eine Empfehlung — ein Tool, eine Bibliothek, ein Workflow oder ein Skill, das ich selbst getestet habe und für nützlich halte.