Issue 4 26.07.2026 · Lesezeit 7 Min

Dein Plugin ist fertig. Es liegt nur verstreut herum.

Skills, Subagenten, Hooks, MCP-Server — die Bausteine kennst du. Ein Plugin ist kein fünfter Baustein. Es ist die Verpackung, die aus deinem Projekt-Setup etwas macht, das überall läuft.

Plugin-Baukasten

Fertiges Plugin-Gerüst zum Kopieren

plugin.json, ein Beispiel-Skill, ein Subagent, ein Hook und eine marketplace.json — plus die Struktur-Checkliste gegen den Fehler Nr. 1.

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Doku-Quelle: code.claude.com/docs/en/plugins

Worum es geht

Die offizielle Definition ist unspektakulär: „Ein Plugin ist ein in sich geschlossenes Verzeichnis von Komponenten, das Claude Code um eigene Funktionalität erweitert." Genau das ist der Punkt — ein Plugin ist keine neue Technik, sondern eine Distributions-Einheit.

Es bündelt, was du längst kennst:

  • skills/ — deine Skills als <name>/SKILL.md
  • agents/ — Subagenten-Definitionen
  • hooks/hooks.json — Event-Handler
  • .mcp.json — MCP-Server-Konfiguration
  • .lsp.json — Language-Server für Code-Intelligenz
  • bin/ — eigene Programme, die im PATH des Bash-Tools landen, solange das Plugin aktiv ist

Der sichtbarste Unterschied im Alltag: Plugin-Skills sind immer mit Namensraum. Aus /hello wird /mein-plugin:hello. Das ist der Preis dafür, dass sich nichts mehr in die Quere kommt.

Das erste Plugin in vier Schritten

Die gefühlte Einstiegshürde ist deutlich höher als die echte. Im Manifest ist genau ein Feld Pflicht: name. Und selbst das Manifest ist optional — ohne findet Claude Code die Komponenten von allein und leitet den Namen aus dem Ordner ab.

1. Ordner anlegen

mkdir mein-plugin
mkdir mein-plugin/.claude-plugin

2. .claude-plugin/plugin.json

{
  "name": "mein-plugin",
  "description": "Meine Velo-Konventionen als Paket",
  "version": "1.0.0",
  "author": { "name": "Dein Name" }
}

3. Einen Skill dazulegen: skills/hallo/SKILL.md

---
description: Begrüßt den Nutzer freundlich
---

Begrüße den Nutzer namens "$ARGUMENTS" und frage,
womit du heute helfen kannst.

$ARGUMENTS fängt alles ein, was nach dem Skill-Namen steht.

4. Testen — ohne Installation

claude --plugin-dir ./mein-plugin

Im Chat dann /mein-plugin:hallo Alex. Änderungen übernimmst du mit /reload-plugins.

Noch schneller: der Weg ganz ohne Marketplace

claude plugin init mein-tool
claude plugin init mein-helfer --with skills hooks

Legt das Plugin unter ~/.claude/skills/mein-tool/ an — es lädt ab der nächsten Session automatisch als mein-tool@skills-dir. Kein Repo, kein Marketplace, kein Installationsschritt. Für Solo-Selbständige ist das der pragmatischste Einstieg.

Die drei Fallen

Falle 1: Der Struktur-Fehler, den die Doku selbst „common mistake" nennt

Nur plugin.json gehört in den Ordner .claude-plugin/. Alles andere kommt in den Plugin-Root.

Wer skills/ oder agents/ ebenfalls dort hineinlegt, bekommt das schlimmste aller Ergebnisse: Das Plugin lädt, die Komponenten fehlen — und es gibt keine Fehlermeldung. Zweite Regel: Pfade immer relativ mit ./, Dateien immer über ${CLAUDE_PLUGIN_ROOT} referenzieren. Ein ../shared-utils funktioniert nach der Installation nicht mehr.

Falle 2: Neue Commits liefern nichts aus

Wörtlich aus der Doku: „Wenn du version in der plugin.json setzt, musst du sie bei jeder Änderung hochzählen, damit Nutzer sie bekommen. Neue Commits allein reichen nicht."

Der Trick: Wenn du schnell iterierst, lass version einfach weg. Dann nutzt Claude Code den Git-Commit-SHA, und jeder Commit ist automatisch ein Update.

Falle 3: Jedes aktive Plugin kostet — in jeder Session

Die Beschreibungen aller Skills und Subagenten eines aktiven Plugins landen in jeder Session im Kontext — auch wenn das Plugin nie feuert. Das ist der Preis, den niemand auf dem Zettel hat.

claude plugin details <name>

zeigt „Always-on" (kostet jede Session) gegenüber „On-invoke" (kostet nur beim Auslösen). Der /plugin-Manager schätzt die Kontext-Kosten inzwischen schon vor der Installation und sammelt unter „Not used recently" alles ein, was du seit zwei Wochen nicht angefasst hast. Miste regelmäßig aus.

Der Marketplace — und was die Leute wirklich installieren

Der offizielle Marketplace claude-plugins-official ist ab dem ersten Start automatisch da. Den Community-Marketplace holst du dir mit:

/plugin marketplace add anthropics/claude-plugins-community
/plugin install <name>@claude-community

Ein Blick auf die Installationszahlen im Verzeichnis verrät, wo der echte Bedarf liegt:

Plugin Installationen Wofür
Frontend Design ~1.050.000 Frontends ohne generische KI-Ästhetik
Superpowers ~941.000 Brainstorming, TDD, Debugging, Skill-Authoring
Code Review ~414.000 Review mit Confidence-Filter
Skill Creator ~358.000 Skills bauen, verbessern, testen
Claude Code Setup ~184.000 Analysiert deine Codebasis, schlägt Hooks und Skills vor

Für Solo-Selbständige lohnt vor allem Claude Code Setup — es schaut sich an, wie du arbeitest, und schlägt passende Automatisierungen vor. Ein guter Startpunkt, wenn du nicht weißt, was du überhaupt automatisieren solltest.

Sicherheitshinweis, wörtlich aus der Doku: „Plugins und Marketplaces sind hochgradig vertrauenswürdige Komponenten, die beliebigen Code auf deiner Maschine mit deinen Rechten ausführen können." Anthropic prüft nicht, was in einem Plugin steckt. Wenn du mit Mandanten- oder Patientendaten arbeitest: nur aus Quellen installieren, denen du wirklich vertraust.

Mein Fazit: Wann lohnt sich das überhaupt?

Für einen einzelnen Skill in einem einzelnen Projekt: gar nicht. Das ist Overhead ohne Gegenwert. Die Doku selbst empfiehlt den umgekehrten Weg — erst in .claude/ herumprobieren, und dann paketieren, wenn es sich bewährt hat.

Ein Plugin lohnt sich, sobald mindestens eines davon zutrifft: Du willst dasselbe Setup in mehreren Projekten. Du willst es weitergeben — an einen Kunden, ein Team, die Community. Du brauchst Versionierung. Oder deine Konfiguration besteht aus mehreren Bausteinen, die nur zusammen Sinn ergeben — etwa Skill plus Hook plus MCP-Server für einen Deploy-Ablauf.

Der Weg vom Verstreuten zum Paket ist übrigens buchstäblich ein cp -r plus eine JSON-Datei mit einem Pflichtfeld. Das Gerüst dafür liegt im Baukasten.

Zum Loslegen

Plugin-Baukasten

Ein vollständiges Plugin-Gerüst: plugin.json, Beispiel-Skill, Subagent, Hook, marketplace.json — plus die Struktur-Checkliste gegen den Fehler Nr. 1.

Herunterladen

Original-Doku: code.claude.com/docs/en/plugins


Das war Issue 4 der Velo-Wissen-Reihe. Jeden Sonntag um 15 Uhr eine Empfehlung — ein Tool, eine Bibliothek, ein Workflow oder ein Skill, das ich selbst getestet habe und für nützlich halte.